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Für Unternehmen, die in Europa tätig sind, wird die doppelte Wesentlichkeit zu einer zwingenden Vorschrift. Mit der EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) müssen große Unternehmen nicht nur offenlegen, wie sich Nachhaltigkeitsaspekte auf ihr Geschäft auswirken (finanzielle Wesentlichkeit), sondern auch, wie sich ihre Tätigkeiten auf die Menschen und den Planeten auswirken (Auswirkungswesentlichkeit).
Die Betrachtung der Nachhaltigkeit durch die Linse der doppelten Materialität hilft Ihnen, das Gesamtbild zu sehen, das sowohl die Auswirkungen auf Ihr Unternehmen als auch die Auswirkungen Ihres Unternehmens umfasst. Auch wenn die CSRD die Aufmerksamkeit darauf lenkt, geht es nicht nur um das Abhaken von Vorschriften. Auf diese Weise lässt sich eine transparente, verantwortungsvolle und dauerhafte Strategie entwickeln.
Der Unterschied zwischen diesen beiden Objektiven ist:
Auswirkungswesentlichkeit: Die Inside-Out-Perspektive
Bei den materiellen Auswirkungen geht es darum, wie sich die Handlungen eines Unternehmens in der realen Welt widerspiegeln und sich auf Menschen, Gesellschaft und Umwelt auswirken. Einige gemeinsame Bereiche können sein:
Finanzielle Wesentlichkeit: Die Outside-In-Perspektive
Finanzielle Wesentlichkeit untersucht, wie sich Nachhaltigkeitsthemen auf die finanzielle Gesundheit und Leistung des Unternehmens auswirken. Einige Beispiele sind die folgenden:
Durch die Integration dieser beiden Perspektiven erhalten die Unternehmen ein umfassenderes Verständnis der Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen, das es ihnen ermöglicht, eine stärkere Strategie, Governance und Widerstandsfähigkeit zu entwickeln.
Die Durchführung einer doppelten Wesentlichkeitsbewertung ist eine Herausforderung, da sie eine sorgfältige Planung und funktionsübergreifendes Fachwissen erfordert. Viele Organisationen des Gesundheitswesens haben mit internen Wissenslücken zu kämpfen, insbesondere in Bereichen wie der Erhebung von ESG-Daten und der Einbindung von Stakeholdern. Es müssen Beiträge von Mitarbeitern, Investoren, Gemeinden und Aufsichtsbehörden eingeholt werden, die jeweils unterschiedliche Prioritäten haben.
Die meisten Unternehmen behandeln die doppelte Wesentlichkeit derzeit eher als eine Verpflichtung zur Einhaltung von Vorschriften denn als eine strategische Aufgabe, was zu Bewertungen führt, die nicht mit ihrer Kerngeschäftsstrategie in Einklang stehen.
Das Regelungsumfeld mit der CSRD entwickelt sich schnell weiter, und die besten Praktiken der Branche für die doppelte Wesentlichkeit sind noch in der Entwicklung. Ursprünglich sah der Zeitplan der CSRD vor, dass große Unternehmen bis 2026 Daten für das Jahr 2025 und kleinere Unternehmen in den Folgejahren melden sollten. Die EU-Kommission hat jedoch im Februar 2025 die "Stop-the-Clock"-Richtlinie veröffentlicht, die Teil des Omnibus-Pakets ist. Mit dieser Richtlinie wird die Frist für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Großunternehmen auf 2028 verschoben. Da der Bewertungsprozess sehr komplex sein kann, ist es wichtig, sich einen Vorsprung zu verschaffen. Ein frühzeitiger Beginn kann den Organisationen des Gesundheitswesens einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, indem sie ihre Nachhaltigkeitsanstrengungen dort konzentrieren, wo sie am wichtigsten sind.
Hier sind die strategischen Vorteile einer doppelten Wesentlichkeitsbewertung, die über die Einhaltung von Vorschriften hinausgehen. Es hilft Ihnen, Ihre Nachhaltigkeitsstrategie mit den Zielen des EU Green Deal in Einklang zu bringen und gleichzeitig einen greifbaren langfristigen Geschäftswert zu schaffen.
So könnte ein Krankenhaus beispielsweise ESG-Risiken und -Chancen identifizieren:
Wenn Gesundheitsorganisationen beginnen, Klimarisiken nicht nur als Bedrohung, sondern auch als finanzielle Signale zu sehen, wird dies die Tür für intelligentere Investitionen öffnen, wie z. B. den Aufbau widerstandsfähigerer Lieferketten oder die Einführung von kohlenstoffarmen Technologien. Dies wird für die Gesundheitsversorgung in Europa unabdingbar sein, um die finanziellen Herausforderungen der 2020er Jahre und die klimabedingten gesundheitlichen Herausforderungen der 2030er Jahre zu überstehen.